Frueh am morgen wurde ich durch ein merkwuerdiges Gefuehl wach, dass trotz Mosquitonetz mir irgendwas ueber den Kopf gelaufen waere. Dann sah ich Stefans Hand neben mir und dachte mir nichts weiter....Dann war da aber ploetzlich ein sehr merkwuerdiges Geraeusch, fast so wie frueher die Maeuse bei uns auf dem Dachboden, und so als wuerde ein Maus an etwas nagen...Vorsichtig tastete ich im Dunkeln nach der Taschenlampe, doch als ich sie anknippste und durch das Zimmer laeuchtete war nichts zu sehen....Komisch....Kaum hatte ich aber die Lampe wieder aus, konnte ich das Geraeusch wieder hoeren...ich versuchte genau den Ort rauszuhoeren und hielt blitzschnell die Taschenlampe auf den Punkt ( der quasi genau an der Decke ueber meinem Kopf war), und da sass sie...eine dicke, grosse, fette Maus...Im Gegensatz zu den Deutschen Maeusen echt gross und riesen Kulleraugen (wie Murmeln). Als sie bemerkte das ich sie gesehen hatte rannte sie durch das ganze Zimmer bis sie den Ausgang gefunden hatte...Eigentlich war sie eklig, aber mit ihren riesen Kulleraugen hatte sie doch noch was suesses an sich...Nun war die Nacht vorbei und wir hatten beide keine Lust mehr zu schlafen :-)
Ein letztes Fruehstueck und dann ging es um 9 Uhr mit dem Localbus nach Khao Lak....
Mit den Localbus zu fahren dauert natuerlich viel laenger als mit den Touri Minibussen, aber es ist viel billiger und eine Erfahrung wert. So reisst man in einem grossen voellig runtergekommenen Bus, ohne Aircondition mit den ganzen Einheimischen, die viel viel netter sind als die, die mit den Touris reisen.
Um 11 Uhr kamen wir dann in Khao Lak an. Dann mussten wir natuerlich erst mal an den Strand, vorbei an all den kleinen Souvenierlaeden, wo man schon mit einem deutschen Hallo begruesst wurde...Ganz furchtbar, man hatte eher das Gefuehl auf Mallorca zu sein als in Thailand.
angekommen am Strand...meilenweit kein Mensch...so ist das in der Nebensaison....
ist wohl was verschwommen geworden...leider
das war der Localbus...echt eine Erfahrung die man machen sollte...


seit dem Tsunami gibt es ueberall an der Westkueste Evacuation Routes, die in einem Tsunamiefall den schnellsten Weg auf einen Berg zeigen

dieser Pfeiler war nicht weit von unserem hotel also ungefaehr 800 Meter vom Meer entfernt. Und trotzdem war hier die Welle noch 3 Meter hoch...Das ist echt unfassbar...

diese fahrenden Essenswagen gibt es ueberall, dort gab es ein leckeres gegrilltes Haehnchen...



so leer...
Nachdem wir gut gefruehstueckt hatten, wollten wir die 14km Strand entlang laufen...So wie es in unserem Reisefuehrer stand. Doch als wir an dieser Stelle ankamen stand in dem Reisefuehrer das man dort sehr leicht durchlaufen koennte...Stefan war so mutig und ging vor...als er aber gerade ein paar Schritte im Wasser war zog es ihm den Boden unter den Fuessen weg...So waere er mir fast davon getrifftet, konnte sich aber mit aller Muehe wieder raus ziehen...So viel zu dem Thema, da koennte man ganz leicht durch gehen...Bei Ebbe vielleicht :-)
sieht auf dem Foto gar nicht so wild aus :-)
sieht auf dem Foto gar nicht so wild aus :-)


also entschieden wir uns erst einmal wieder zurueck zu gehen...
Auf dem Rueckweg bekam ich dann massive Bauchschmerzen und war froh das wir auch bald zu Hause waren....Denn dann ging es richtig los....massiver Durchfall (moechte ich nicht weiter drauf eingehen ) , Erbrechen und innerhalb von 2 Stunden Fieber bis ueber 39 Grad.Und das bei mir, diejenige die einmal in ihrem Leben Fieber hatte..... Ich dachte wirklich ich muesste sterben....
Gegen abend ging es dann gar nicht mehr, wir riefen ein Taxi das uns zu Dr. Chusack (seinen Namen werde ich so schnell nicht mehr vergessen) fuhr....Der Taxifahrer machte sich auch schon Sorgen um mich und meinte er wuerde so lange dann draussen warten um mich gleich wieder zum Hotel zu fahren...Ich meinte er solle ruhig fahren, da das Wartezimmer voll war und ich keine Ahnung hatte wie lange es dauern wuerde...Doch er liess sich nicht davon abbringen, er wuerde warten....
An dem Empfangstresen standen gleich 4 oder 5 Krankenschwestern die alles regelten..Auf meine Frage wie lange es dauern wuerde antwortete eine der Damen mit 20 Minuten...Stefan sagte dann aber gleich das ich Fieber haette und somit wurde ich gleich in ein Zimmer verfrachtet, auf eine Liege gelegt und zugedeckt....Musste das erste mal lachen. Die Frau die sich um mich kuemmerte war die Frau von Dr. Chusack...Sie kuemmerte sich ruehrend, ich hatte mich bisher in Deutschland noch nie so gut aufgehoben gefuehlt...Sie hatte den Blutdruck und die Temperatur gemessen und gab mir zu trinken....Dann kam auch schon der Arzt....Eine kurze Untersuchung und ein paar Medikamente und Antibiotikum, dann sollte es mir schon besser gehen....Da ich noch ein paar Minuten liegen bleiben sollte, unterhielt ich mich mit Frau Chusack ein wenig.. Mir fiel auf das die Rechnung sehr billig war :10 Euro Untersuchung und 12 Euro fuer die Medikamente.... Daraufhin erzaehlte sie mir das sie bei den ganzen armen Menschen , die durch den Tsunami alles verloren haben die Untersuchung nicht berechnen, sondern nur die Medikamente....
Sie sagte woertlich sie habe durch den Tsunami ihren Bruder, ihren Cousin und viele ihrer Freunde verloren. Und wenn ihnen eins dadurch bewusst geworden ist, dann dass im Leben das einzige was zaehlt, Familie und Freunde sind...Sie moechten keine Millionaere werden, sondern einfach nur zufrieden sein....Das hat mich so sehr geruehrt....Wenn wir Deutschen ( damit meine ich auch mich ) doch ein wenig so denken wuerden.....
Dann ging es mit dem Taxi (der Fahrer wartete wirklich ) wieder zurueck zum Hotel, wo ich die naechsten Tage nur im Bett verbrachte....Die Cholera hatte ich dank schneller Antibiotikaeinnahme und der tollen Pflege von Stefan, nach paar Tagen ueberstanden...
