Montag, 29. November 2010

16. November maehen maehen maehen…

 

Puenktlich um 8 Uhr waren wieder auf der Farm.

Wir bepackten erst mal den Pickup mit 3 Freischneidern, 1 Motorsaege und einer Menge Sprit. Da wir nicht genau wussten was er vor hatte packten wir auch mal einen 5 Liter Kanister mit Wasser ein.

Dann fuhr Phillip mit dem Traktor vor und wir folgten ihm mit dem Pickup. Nach ein paar Minuten gelangten wir an ein ziemlich verwildertes Grundstueck. Wir mussten uns beide jeweils einen Freimaeher umschnallen und die Seiten freimaehen waehrend er mit dem grossen Maehwerk neben uns ueber die Wiese fuhr. Da der Boden und das Gras so trocken war, flog uns alles um die Ohren.

ich mit meiner neuen Lieblingsbeschaeftigung…

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Nach ca 1 1/2 Stunden waren wir fertig und ich war froh das Ding endlich von meinen Schultern zu nehmen. Da sah ich Phillips Liste, es gab einige von den Grundstuecken und wir hatten gerade mal eins geschafft.

Auf dem naechsten Grundstueck stand ein toller Zitronenbaum, und man konnte bis zum Swanriver sehen…

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So ging es weiter, die naechsten 2 Grundstuecke waren noch einigermassen zu schaffen, doch dann kamen wir an ein voellig zugewachsenes Haus, es war ein halber Dschungel, das Gras ging uns fast bis zum Hals und  mitten drin war ein total heruntergekommenes Haus zu sehen. Alle Fenster waren eingeschlagen und im Haus selber war auch alles kaputt und voller Graffiti. Die letzten Menschen die das Haus gesehen haben muessen, waren wohl ein paar Landstreicher und Jugendliche.

Als ich Phillip fragte woran ich denn sehen koennte wenn vor oder neben mir eine Schlange waere, das Zeugs war schliesslich so hoch das man keine 2 Meter weit sehen konnte, antwortete er bloss, wenn ich eine Schlange sehen wuerde dann haette ich doch den Maeher…einfach drauf halten…dann waere sie tot…na vielen Dank auch!!!

Er erzaehlte uns, dass die meisten  Schlangen eigentlich die Menschen beim ersten mal  ohne Gift beissen, da wir Menschen keine Beute sind. Sie beissen uns zur Warnung…zb. wenn sie sich bedroht fuehlen oder wir auf ihnen stehen. Gehen wir dann allerdings nicht beiseite, beisst sie mit ihrem ganzen Gift. Allerdings spuert man den ersten Biss kaum, denn staendig piekst oder kratzt es irgendwo.

Mitten auf dem Stueck befand sich ein riesen Loch…Phillip meinte wir sollten SCHNELL alles da hinein werfen was so auf der Wiese liegt…

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Wir fingen an zu maehen, aber das war alles andere als einfach bei der Hoehe des Gestruepps. Staendig flog uns irgendwas ins Gesischt. Uebrigens muss man in Deutschland einen Schutzhelm mit Schutzvisier tragen, aber das hielt Phillip nicht fuer noetig. So hatte ich schon den zweiten Heulanfall als mir der zweite Stein mit Wucht ins Gesischt flog…man das zwiebelte ordentlich!

Den sollten wir mal SCHNELL abbauen und in das Loch werfen, sorry aber da war nichts mit abbauen… das Ding war sooo fest, keine Chance…

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Inzwischen war es schon Mittag, unsere Maegen knurrten, das Wasser war leer und Phillip mit dem Traktor in der Werkstatt. Die Sonne brannte unerbittlich und es waren inzwischen fast 40 Grad, aber wir maehten unermuedlich weiter. Ich hatte langsam das Gefuehl einen Sonnenstich zu haben.

So gegen 4 kam er dann wieder und meinte er haette LUNCH dabei…Smile wir hatten Hunger ohne Ende und  er kam mit 2 Bananen und 2 Aepfeln…. ist klar!!! Aber wenigstens hatte er was zu trinken mitgebracht.

Waehrend Stefan das ganze Zeugs von der Wiese in eine Grube schmiss, meinte Phillip er solle noch die Muelltonne zur Seite fahren, da waere ein Skelett drin. Stefan schaute ihn komisch an und guckte dann selber hinein. Phillip ist gelernter Metzger, und er meinte er wuerde alle Skelette kennen ausser das von Menschen und Kangoroos, und dass was da drin lag kannte er definitiv nicht. Und ein Kangoroo war es wohl auch nicht, das wuerde man bestimmt erkennen. Die zwei ignorierten die Tatsache und machten sich noch einen Witz daraus, dass es bestimmt die ehemaligen Bewohner des Hauses seien Smile

Sie schoben die Tonne einfach beiseite…

Als Phillip dann wenig spaeter wieder mit seinem Maehwerk ueber das Grundstueck bretterte entstand hinter ihm eine riesen Wasserfontaene…er hatte die Wasserleitung gekappt. Und anstatt bei der Stadt anzurufen schnitzte er einfach ein Stueck Holz und steckte es drauf. Jetzt lief es nur noch neben her und konnte erfolgreich ignoriert werden…

Dann war es auch schon dunkel und wir machten uns endlich auf den Weg nach Hause. 11 1/2 Stunden arbeiten in der prallen Sonne, mit dem schweren Ding um die Schultern. Wir waren am Ende unserer Kraefte…es gab keine Stelle an unserem Koerper die nicht weh tat, ausserdem waren meine Haende und Fuesse voller blasen…na Super und das fuer  7 Euro die Stunde!!!

Wir schafften es noch irgendwie nach Hause unter die Dusche, eine Kleinigkeit essen  und fielen tot ins Bett…an dem Tag wurde uns das erste mal bewusst, dass der Job im Krankenhaus vielleicht gar nicht sooo schlecht ist Winking smile

15. November viel Arbeit…

Als um halb sieben der Wecker klingelte waren wir noch voellig geraedert vom Vortag. Wir machten uns erst mal ein lecker Fruehstueck an einem selbst gezimmerten Tisch.

Die Staerkung fuer den Tag. Den Herd im Hintergrund sollten wir eigentlich nicht benutzen, da er noch nicht mit Silikon isoliert war….haben wir aber trotzdem, mussten ja schliesslich was essen Smile

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Um halb neun stand Phillip schon vor der Tuer. Wir fuhren zur Farm und luden dort die grosse Gasflasche von ihm ein. Dann mussten wir zu einem Campingladen wo unsere Gasflasche und die von Phillip wieder aufgefuellt wurden.

Dann tankten wir den Camper wieder voll, machten ihn noch ein wenig sauber und fuhren zurueck zur Farm. Dort gab es dann einen Fahrerwechsel. Stefan musste mit dem Camper bis in die Stadt fahren da ich mit dem Auto vorfuhr. Das Auto mit dem ich fuhr hatten wir fuer die Zeit wo wir dort arbeiteten… waeren sonst kaum von Bassendean zur Farm gekommen (ca 15 Minuten mit dem Auto) .

Es war ein uralter gelber Ford mit Automatik , ich glaube schon 20 oder 30 Jahre alt. Die Fahrt war ein Abenteuer, Phillip meinte gleich zu Anfang, die Stufen von der Automatikschaltung waeren ein wenig verschoben und man muesste einfach ausprobieren.

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Ich brauchte erst mal eine Ewigkeit bis ich das alte Ding anhatte… dann suchte ich den Rueckwaertsgang den ich dann unter P fuer Parken fand…. los gings… auf der Geraden schaltete er dann nicht weiter und ich erinnerte mich daran wie Phillip gesagt hatte ich solle dann einfach auf Leerlauf stellen dann wuerde er umspringen. Das bei kmh 75…mal einfach das Ding in den Leerlauf schieben…aber es funktionierte.

Ausserdem sass man in diesem Auto so niedrig, dass ich gerade so ueber das Lenkrad sehen konnte. Stefan fuhr mutig, nach Jahren ohne Fahrroutine hinter mir her. Zum Glueck fanden wir schnell die Autovermietung wieder und gaben rasch den Camper zurueck.

Fazit:

Fuer 3 Wochen:

- 7000 km

- 855 Euro Sprit

- 225 Euro Campingplatzgebuehren

- 860 Euro Camper

Wie man sieht sind wir weit gefahren, und die 3 Wochen waren auch nicht sehr guenstig, aber dafuer haben wir soooo viel gesehen und erlebt. Auch wenn ich an vielen Orten schon zum zweiten mal gewesen bin, fand ich es trotzdem immer noch genauso schoen, oder manchmal sogar noch schoener.

habe hier mal die gesammte Strecke eingezeichnet…

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im Verhaeltniss zu ganz Australien…

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Aber nun zurueck zu unserer Farm…

Auf dem Rueckweg nutzten wir das Auto noch schnell fuer einen Einkauf.

Um halb 12 wieder auf der Farm angekommen, wartete Phillip schon mit hunderteten von Aufgaben auf uns…koennt ihr schnell die Reifen wechseln, koennt ihr schnell dies und schnell das…alles schnell, und waehrend er beim reden noch bei der einen Sache war dachte er schon an die naechste…so kam er von Hoelzchen auf Stoeckchen und ihm fielen immer mehr Dinge ein. Es war zwischendurch echt schwer ihm zu folgen, mit seinem Schweizerdeutsch… und dann zwischendrin auch noch auf Englisch…man konnte nicht immer alles verstehen und musste sich dann die Sachen suchen oder selber zusammen reimen.

Zuerst mussten wir mit dem Pickup zum Ende der Wiese fahren und die ganzen Rohre aus dem Graben ziehen, sie irgendwie voneinander trennen, auf den Pickup laden, in den Schuppen bringen und lagern. Das Problem von diesem Shed (Schuppen) war, dass in dem Ding das Riesen Chaos herrschte. Alles lag auf dem Bodem und man musste ueber Schrauben, Haemmer, Saegen und alles Moegliche klettern. Selbst die Motorsaegen lagen auf dem Boden herum und man musste hoellisch aufpassen sich nicht zu verletzen.

Das Aufladen der Rohre…

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und weiter gehts…

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Dann musste Stefan den Rasen maehen und die Seiten freimaehen, waehrend ich die Wasserwanne von den Kuehen reparieren musste.

Stefan mit dem Freimaeher…

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nach der Haelfte maehen, hier sieht man schon, dass der Rasenmaeher viel zu kurz maeht und bei der Laenge von dem Gras war das alles andere als eine Leichtigkeit…

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Als ich die Wanne wieder dicht hatte meinte Phillip ich solle sie zu den Kuehen bringen und anschliessen ????? Ich??? Alleine??? Ich wusste weder den Weg noch wie das ganze Ding funktionierte…egal er erklaerte vage den Weg und wie es funktionierte, waehrend ich die Wanne wieder auf den Pickup wuchtete. Dann setzte ich mich rein und fuhr los. So ungefaehr konnte ich mich noch erinnern wo sich die Kuehe befanden. Ich fuhr jedoch das erste mal vorbei, weil ich sie auf der falschen Seite suchte. Als ich merkte das ich zu weit war, drehte ich um und fuhr zurueck. Dann sah ich sie sofort. Zum Glueck, denn ich wollte schliesslich nicht schon an der ersten Aufgabe scheitern.

Anschliessend lud ich die Wanne vom Pickup und stellte sie an das runde Fass und musste mir selber zusammenreimen wie die ganze Konstruktion funktionieren sollte…. die Kuehe sahen mich schon voellig durstig und ungeduldig an.

Nun…ich hatte eine Wanne, ein leeres Wasserfass und einen Schlauch der die Wiese entlang verlief. Ich ging erst mal den Schlauch entlang und entdeckte nach ein paar Metern einen Zaehlerstand und einen Hahn den ich gleich auftrehte. Nun lief das grosse Fass schon mal voller Wasser…

An dem grossen Fass war ausserdem noch ein kleiner Schlauch, der konnte nur auf die Wanne passen…Bingo…das Wasser lief, und die Kuehe waren gluecklich.

Als das grosse Fass wieder voll war, drehte ich das Wasser wieder ab. Jetzt hatte ich das ganze auch verstanden, ein Schwimmer in der Wanne sorgte immer dafuer das ab einer gewissen Menge das Wasser aufhoerte zu laufen und man so immer nur alle paar Tage dafuer sorgen musste, dass das grosse Fass voll ist…genug dazu.

Ich liess mir extra noch ein paar Minuten Zeit bevor ich wieder zurueck fuhr. Da wartete schon ein voellig fertiger Stefan auf mich. Ich wusste nun auch warum er den Rasen maehen musste…der Rasenmaeher maehte nur viel zu kurz und ging deshalb soooo schwer und liess sich kaum bewegen. Stefan hatte sichtlich die Schnauze voll.

Dann rief Phillip um die Ecke wir sollten doch mal SCHNELL das Holzdach, das nur noch auf halb acht hing entfernen…aber es duerfte auf keinen Fall in die Blumen fallen…toll, es hing direkt ueber den Blumen! Also musste Stefan das schwere Ding auf die andere Seite hiefen und dann auf die Wiese runter fallen lassen…was ein Akt…mal Schnell gemacht!!!

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Dann kam fuer Stefan die schlimmste Aufgabe…wir mussten Weizen aus einem grossen Silo in Faesser fuellen.

Das Silo war an dem Traktor dran und hat am Ende eine Muehle (Hammermuehle), und der Weizen kam durch einen Trichter gamahlen nach draussen. Den mussten wir in Faesser fuellen. Problem Nr. 1: Stefan hat nicht nur Heuschnupfen sondern auch eine ausgepraegte Weizenallergie, liess sich aber nicht davon abhalten. Problem Nr. 2: den Trichter hatte Phillip irgendwo verloren so das wir irgendeine Alternative finden mussten. Wir nahmen ein altes Blechplakat (was uebrigens sehr scharf an den Kanten war) und bogen es zu einem Halbkreis und hielten es als Trichter. So bekamen wir den halben Weizen und den ganzen aufgewirbelten Staub ueber und atmeteten den ganzen Dreck ein.

So ging es Fass fuer Fass. Nach 3 Faessern dachte ich, ich wuerde ersticken. Das die Ernte in dem Jahr schlecht war, war nicht zu uebersehen. Es war mehr Staub und Dreck als Weizen. Und er war sicher froh Dumme gefunden zu haben die die Sch…Arbeit machen.

9 ganze Faesser hatten wir befuellt als endlich das Silo leer war. Wir rollten alle Faesser schoen auf Holzpaletten in eine Reihe (die Dinger waren echt schwer) und mussten dann erst mal duurchatmen. Ausserdem juckte und kratzte es ueberall. Zum Glueck wurde es inzwischen dunkel und wir konnten endlich nach Hause.

Voellig platt und muede kamen wir zu Hause an. Fuer Kochen hatten wir beide weder Kraft noch Lust, also gab es fuer jeden Toast, eine frische Dusche und das Bett…Arbeiten waren wir nach 3 Monaten gar nicht mehr gewoehnt…

Unser Schlafgemach…

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der Hinterhof, mit Veranda, Garten und einer offenen Garage…

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Das Bad…

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mit Doppeldusche…

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Flur mit Blick zum Vorderausgang. Links und Rechts sind noch Zimmer im Umbau…

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