Puenktlich um 8 Uhr waren wieder auf der Farm.
Wir bepackten erst mal den Pickup mit 3 Freischneidern, 1 Motorsaege und einer Menge Sprit. Da wir nicht genau wussten was er vor hatte packten wir auch mal einen 5 Liter Kanister mit Wasser ein.
Dann fuhr Phillip mit dem Traktor vor und wir folgten ihm mit dem Pickup. Nach ein paar Minuten gelangten wir an ein ziemlich verwildertes Grundstueck. Wir mussten uns beide jeweils einen Freimaeher umschnallen und die Seiten freimaehen waehrend er mit dem grossen Maehwerk neben uns ueber die Wiese fuhr. Da der Boden und das Gras so trocken war, flog uns alles um die Ohren.
ich mit meiner neuen Lieblingsbeschaeftigung…
Nach ca 1 1/2 Stunden waren wir fertig und ich war froh das Ding endlich von meinen Schultern zu nehmen. Da sah ich Phillips Liste, es gab einige von den Grundstuecken und wir hatten gerade mal eins geschafft.
Auf dem naechsten Grundstueck stand ein toller Zitronenbaum, und man konnte bis zum Swanriver sehen…
So ging es weiter, die naechsten 2 Grundstuecke waren noch einigermassen zu schaffen, doch dann kamen wir an ein voellig zugewachsenes Haus, es war ein halber Dschungel, das Gras ging uns fast bis zum Hals und mitten drin war ein total heruntergekommenes Haus zu sehen. Alle Fenster waren eingeschlagen und im Haus selber war auch alles kaputt und voller Graffiti. Die letzten Menschen die das Haus gesehen haben muessen, waren wohl ein paar Landstreicher und Jugendliche.
Als ich Phillip fragte woran ich denn sehen koennte wenn vor oder neben mir eine Schlange waere, das Zeugs war schliesslich so hoch das man keine 2 Meter weit sehen konnte, antwortete er bloss, wenn ich eine Schlange sehen wuerde dann haette ich doch den Maeher…einfach drauf halten…dann waere sie tot…na vielen Dank auch!!!
Er erzaehlte uns, dass die meisten Schlangen eigentlich die Menschen beim ersten mal ohne Gift beissen, da wir Menschen keine Beute sind. Sie beissen uns zur Warnung…zb. wenn sie sich bedroht fuehlen oder wir auf ihnen stehen. Gehen wir dann allerdings nicht beiseite, beisst sie mit ihrem ganzen Gift. Allerdings spuert man den ersten Biss kaum, denn staendig piekst oder kratzt es irgendwo.
Mitten auf dem Stueck befand sich ein riesen Loch…Phillip meinte wir sollten SCHNELL alles da hinein werfen was so auf der Wiese liegt…
Wir fingen an zu maehen, aber das war alles andere als einfach bei der Hoehe des Gestruepps. Staendig flog uns irgendwas ins Gesischt. Uebrigens muss man in Deutschland einen Schutzhelm mit Schutzvisier tragen, aber das hielt Phillip nicht fuer noetig. So hatte ich schon den zweiten Heulanfall als mir der zweite Stein mit Wucht ins Gesischt flog…man das zwiebelte ordentlich!
Den sollten wir mal SCHNELL abbauen und in das Loch werfen, sorry aber da war nichts mit abbauen… das Ding war sooo fest, keine Chance…
Inzwischen war es schon Mittag, unsere Maegen knurrten, das Wasser war leer und Phillip mit dem Traktor in der Werkstatt. Die Sonne brannte unerbittlich und es waren inzwischen fast 40 Grad, aber wir maehten unermuedlich weiter. Ich hatte langsam das Gefuehl einen Sonnenstich zu haben.
So gegen 4 kam er dann wieder und meinte er haette LUNCH dabei…
wir hatten Hunger ohne Ende und er kam mit 2 Bananen und 2 Aepfeln…. ist klar!!! Aber wenigstens hatte er was zu trinken mitgebracht.
Waehrend Stefan das ganze Zeugs von der Wiese in eine Grube schmiss, meinte Phillip er solle noch die Muelltonne zur Seite fahren, da waere ein Skelett drin. Stefan schaute ihn komisch an und guckte dann selber hinein. Phillip ist gelernter Metzger, und er meinte er wuerde alle Skelette kennen ausser das von Menschen und Kangoroos, und dass was da drin lag kannte er definitiv nicht. Und ein Kangoroo war es wohl auch nicht, das wuerde man bestimmt erkennen. Die zwei ignorierten die Tatsache und machten sich noch einen Witz daraus, dass es bestimmt die ehemaligen Bewohner des Hauses seien ![]()
Sie schoben die Tonne einfach beiseite…
Als Phillip dann wenig spaeter wieder mit seinem Maehwerk ueber das Grundstueck bretterte entstand hinter ihm eine riesen Wasserfontaene…er hatte die Wasserleitung gekappt. Und anstatt bei der Stadt anzurufen schnitzte er einfach ein Stueck Holz und steckte es drauf. Jetzt lief es nur noch neben her und konnte erfolgreich ignoriert werden…
Dann war es auch schon dunkel und wir machten uns endlich auf den Weg nach Hause. 11 1/2 Stunden arbeiten in der prallen Sonne, mit dem schweren Ding um die Schultern. Wir waren am Ende unserer Kraefte…es gab keine Stelle an unserem Koerper die nicht weh tat, ausserdem waren meine Haende und Fuesse voller blasen…na Super und das fuer 7 Euro die Stunde!!!
Wir schafften es noch irgendwie nach Hause unter die Dusche, eine Kleinigkeit essen und fielen tot ins Bett…an dem Tag wurde uns das erste mal bewusst, dass der Job im Krankenhaus vielleicht gar nicht sooo schlecht ist ![]()
Hallihallo ihr Beiden!Vielen Dank für eure interessanten, oft echt lustigen Geschichten, nach der Beschreibung von eurer Schlachtorgie bin ich echt froh, dass ich Vegetarierin bin, wär ichs nicht schon wär das der Auslöser zum Werden geworden(häh?). Eure Jobbeschreibungen hörten sich auch ein bisschen nach Horrorvision an, da habt ihr ja den größten Chaoten Australiens als Chef gehabt, aber was solls,war hoffentlich wenigstens zeitweise auch lustig. Ich hatte am Wochenende Dienst und hätte fast ne Bombe in den Laden geworfen- gut dass ich es bald hinter mir hab. So, arbeitet nicht zu viel und habt Spaß, liebe Schneegrüße Birgit Morgen*
AntwortenLöschenHey , ihr fleißigen Bienchen,
AntwortenLöschenich bin heilfroh das ihr die Bilder von dem Schlachten nicht gemacht habt, allein die Vorstellung reicht schon. Also ich muß schon sagen, euer Chef ist ja echt eine Knalltüte, von dem könnte man gut einen Film drehen, würde bestimmt ein Hit.Arbeit auf dem Feld bei solchen Bedingungen ist bestimmt nicht leicht, kann ich gut nachvollziehen. Ein Kompliment muß ich euch machen, selbst bei so einer sch... Arbeit seht ihr noch gut aus und habt Spaß( denke ich zumindest). Die Berichte sind wie immer lustig. Machts gut, und viele Grüße aus dem winterlichen Koeln eure Doro.
Hallo ihr beiden Feldarbeiter,
AntwortenLöschendas war ja nun mal ein Erlebnis der ganz anderen Art - lustig zu lesen, aber bestimmt für euch, bei fast 40 Grad Hitze, weniger amüsant! Was ist es dagegen doch im Krankenhaus schön wohltemperiert und auch ansonsten.... ;-)
Die Geschichte mit dem Skelett klingt ja auch sehr makaber, echt krimireif! Immerhin hattet ihr ein Dach über dem Kopf und ein recht luxuriöses Bad! :-) Noch gute Erholung von den Strapazen wünschen euch aus dem heute Abend schön verschneiten Rheinland
eure MAGÜ
Hey, Ihr Zwei,
AntwortenLöschendas hört sich echt nicht gerade nach dem Superjob an, ich würde es eher Ausbeutung nennen. Armer Stewän, mit Deinen Allergien! 50 Grad in der Sonne, kaum zu fassen. Kleiner Vergleich: Hier war's heute abend an der Bushaltestelle -13C, als ich auf den Bus wartete. Noch Fragen?
Hab mich echt in die kuscheligen Koalas verliebt, und dabei bleibe ich jetzt auch, denn meine "Geschichte" ist bereits wieder zu Ende. Es geht mir entsprechend.
Okay, tut nicht soviel und genießt das Leben,
herzlichst, Elena