Der Minibus fuhr puenktlich um 8 Uhr los, diesmal eine angenehme Fahrt :-). Um 11 Uhr waren wir bereits an der Bootsanlegestelle, hier mussten wir leider bis 14 Uhr auf das Boot warten. Wir setzten uns in ein kleines Restaurant und bestellten ein Chickensandwich. Dieses sah aus und schmeckte auch so als waere es schon 4 Wochen alt...Echt eklig, und Knochen waren auch noch drin..Nach zwei Happen war mir schlecht...das war wahrhaftig das schlechteste Essen, dass wir in all den Wochen zu uns genommen hatten.
Wir setzten uns in den Wartebereich, wo wir uns sehr lange mit unserem Reiseleiter unterhielten. Er ist Inder und erzaehlte uns von dem Leben als "nicht Malaye"... denn obwohl er in Malaysia geboren wurde, zaehlt er wegen seiner Vorfahren und seiner Religion nicht als Malaye...und das hat leider keine Vorteile...sie finden schlechter einen Job ( einen von Hundert), Kredite werden mit viel hoeheren Zinsen berechnet...allgemein wird es den "nicht Malayen" (wozu alle gehoeren die nicht dem Muslimischen Glauben angehoeren) sehr schwer gemacht.
Er erzaehlte uns, dass wenn er seinen Hinduglauben zum Muslimischen Glauben wechseln wuerde, ihm alle Tueren offen staenden...Muslimische Buerger werden finanziell sehr vom Staat unterstuetzt, was bedeute,t dass er nicht nur eine Frau zugeteilt bekaeme, sondern noch das beste Auto und er koennte sich ein teures Haus finanzieren....
Dann liest man immer wie schoen Malaysia ist und dass nirgendwo anders auf der Welt alle Religionen so friedlich miteinander leben... blickt man aber hinter die Kulissen sieht es auch hier anders aus...
Durch unser langes Gespraech verstrich die Zeit etwas schneller und es war schnell 14 Uhr und die 3 stuendige Bootsfahrt ging los...erst ganz interessant aber nach einer Weile ziemlich eintoenig, so konnte man den angenehmen Fahrtwind fuer ein Nickerchen geniessen...
In Kuala Tahan angekommen...Der ganze Ort besteht aus ein paar Hotels, Guesthaeusern und ein paar schwimmenden Restaurants...
nach dem Fruehstueck machten wir uns auf den Weg zu unserer Dschungeltour, die wir schon am Vortag gebucht hatten...
es ging ueber die laengste freihaengende Bruecke der Welt...fuer meine Hoehenangst die Hoelle. Am Boden war nur ein Brett das wie die ganze Bruecke immer hin und her wackelte...meine Beine zitterten unentwegt und nach den ersten Metern hatte ich schon das Beduerfnis mich hin zu setzen und auf dem Hintern weiter zu rutschen...doch ich blieb stark, und ein nettes Deutsches Paar das vor uns ging, versuchte mich abzulenken....Irgendwie habe ich es dann doch bis ans Ende geschafft...ohne auf dem Hintern zu rutschen :-)




dann ging es noch eine Stunde durch den Dschungel bis auf einen Berg...ist ja nicht so als haetten wir noch Muskelkater von dem letzten Trek gehabt....


Da wir mittags bereits zurueck waren, beschlossen wir nicht noch eine Nacht dort zu verbringen..(haette wohl keine Minute die Augen geschlossen).
Zum Abschied nochmal an den Teeplantagen vorbei, durch die wolkenbehangenden Highlands...
unser Zimmer war mal wieder nicht sehr einladend, und nach oben hin sehr weit offen, so konnten uns in der Nacht alle Tiere besuchen...
So sollte es dann auch sein...als ich in der Nacht aufwachte sah ich einen dunklen Fleck vor uns an dem Mosquitonetz sitzen...ich schaltete die Taschenlampe an und dort sass ein dunkles riesiges Viech....solange ich mit der Taschenlampe auf sie laeuchtete bewegte sie sich nicht...
Ich wollte auf gar keinen Fall, dass sie weiter grabbelt und den Eingang in unser Schlafgemach findet...sie sah von innen so eklig aus...Stefan wollte ich nicht wecken, also sass ich nun um 4 Uhr nachts auf dem Bett und laeuchtete dieses Viech an und hoffte das sie sich nicht bewegt...So verging die Zeit bis 6 Uhr, dann hoerte ich draussen jemanden und ich beschloss Hilfe zu holen...Inzwischen war auch Stefan wach, der sich aber auch zu sehr ekelte um dieses Viech weg zu machen. Also kletterte ich ueber das Bett auf die andere Seite (damit ich nicht von aussen an dem Viech vorbei musste) und aus dem Netz....vorsichtig schaute ich um die Ecke, und jetzt konnte ich das Tier richtig erkennen...Dort sass eine dicke Gottesanbeterin...Zwar kein riesen ekeliger Kaefer fuer den ich es gehalten hatte, aber immer noch zu eklig um es selber weg zu machen. Also ging ich raus und schnappte mir einen jungen Mann der gerade seinen Kaffe trank. Ich zeigte ihm das Foto das ich noch schnell gemacht hatte, und versuchte ihm mit Haenden und Fuessen zu erklaeren, dass er es weg machen soll.
Er kam ohne zu zoegern mit, schnappte sich das Vieh, schaute es sich in seinen Fingern an, zerdrueckte es und schmiss es in die Hecke...ohne ein Wort zu sagen ging er zu seinem Platz zurueck und trank seinen Kaffee weiter....
War ich froh als wir wieder zurueck waren...
Wir fuhren mit dem Minibus zum naechsten Ort...die Fahrt war wieder einmal ein Erlebnis und kurzzeitig dachte ich, ich muesse ihm die vorher gegessene Nudelsuppe in seinem Minibus lassen...mir war echt schlecht....das hier so wenige Unfaelle passieren war mir echt ein Raetsel...
In Jerantut angekommen...nettes Hotelzimmer, bei netten Leuten, in einem suessen kleinen Staedtchen...hier konnten wir gut und ohne naechtlichen Besuch schlafen...