Dienstag, 30. November 2010

18. November fuenfter Tag Arbeit

 

Da wir am Vortag genug Zeit hatten um uns zu erholen, ging es uns an diesem Morgen etwas besser (bis auf den Muskelkater ).

Als wir auf der Farm ankamen  mussten wir mit Freude erfahren, dass Phillip mit seinem Traktor zu einem Auftrag musste, was bedeutete, dass er fuer ein paar Stunden weg sein wuerde. Er gab uns die Aufgabe mal SCHNELL seine Passionfruithecke ab zu reissen und nach den Wassertroegen in den Huehnerstaellen zu sehen. Die Huehner sind echt daemliche Tiere…wenn es so heiss ist bleiben sie den ganzen Tag im Schatten und wenn dann das Trinken zu weit weg steht, so dass sie durch die Sonne laufen muessten (wenn auch nur 1 Schritt) bleiben sie im Schatten bis sie verdursten. So sind ihm wohl schon einige Tiere gestorben. Es gab zwei grosse Huehnerstaelle aber die Huehner flogen immer ueber den Zaun, deshalb sah man ueberall auf der Farm Huehner umher laufen. Am Vortag kam ploetzlich ein Huhn aus dem ganzen Chaos getrottet mit 5 Kueken im Schlepptau…und er wusste nicht woher. Und staendig fand man irgendwo Eier…

Dann ging es zur Hecke. Alles bis auf die dicken Aeste die aus dem Boden kamen sollte ab. Die Hecke war ungefaehr 35 bis 40 Meter lang, ueber 2 Meter hoch und ungefaehr 1 Meter breit.

Im Inneren wuchs die Hecke an drei waagerecht  gespannten Draehten , die alle paar Meter an einem Pfeiler befestigt waren. Die Hecke war voellig verwuchert, und  im Inneren schon verholzt. Ich startete die Heckenschere um das ganze Gestruepp irgendwie zu loesen damit Stefan alles abreissen konnte.Dabei musste ich sehr vorsichtig sein um nicht an die Draehte zu kommen.

Den ersten Meter geschafft, man sieht deutlich wie sehr verholzt die Hecke war…

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Man stelle sich das Bild im Dunkeln und einem boesen Blick von mir vor und man koennte meinen es waere aus einem Horrorfilm…

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ein kleiner Teil der Hecke…

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Den Muell packten wir auf den Pickup und fuhren es dann Haenger fuer Haenger  auf die Wiese zu den Kuehen. Die kamen beim ersten mal ganz neugierig auf uns zu, frassen ein paar Happen und drehten sich wieder um . War wohl nicht so lecker...

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Der ganze Spass dauerte ewig und inzwischen wurde es schon mittag, und knapp an die 40 Grad.

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Um 14 Uhr kam Maria (die Frau von Phillip) nach Hause, stieg aus dem Auto aus und kam auf uns zu. Sie forderte uns auf alles stehen und liegen zu lassen und nach Hause zu fahren, es waere viel zu heiss und gefaehrlich. Wir versuchten sie zu ueberzeugen das wir fast fertig waeren und die halbe Stunde noch schaffen wuerden, aber keine Chance…sie liess nicht locker und sie hatte recht…man sagt nicht umsonst, dass die Sonne in Australien toeten kann. Die Gradangaben werden immer im Schatten gemessen und wenn es 40 Grad sind, sind es in der Sonne mal schnell 50 Grad.

So raeumten wir die Sachen ein wenig beiseite und fuhren nach Hause…dort wartete noch die zweite Haelfte an Eiscreme auf  uns Smile

Unsere Arme waren voellig zerkratzt und juckten von der Hecke…

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17. November vierter Tag Arbeit

 

Als wir an dem Morgen aufstanden fuehlten wir uns wie 80….wir hatten so fiesen Muskelkater, wir konnten uns kaum bewegen. Und meine Arme waren so schwer das ich kaum die Tasse beim fruehstuecken halten konnte…man oh man wir waren aber auch echt nichts mehr gewoehnt.

Um 8 Uhr waren wir dann puenktlich wie immer auf der Farm. Gleich redete Phillip mit hundert Aufgaben auf uns ein. Es war wiedermal sehr schwierig ihm zu folgen.

Wir machten uns erst mal mit dem Pickup auf den Weg ein paar Faesser auf zu laden, in denen Futter fuer die Kuehe waren. Die Dinger waren extrem schwer und wir bekamen sie nur mit Muehe auf den Pickup gehieft. Dann fuhren wir die Faesser zu den Kuehen und luden sie dort ab.

Dann musste ich die komplette Sprenkelanlage aus dem Garten abbauen und alle Gewinde abdrehen, was mit Blasen an den Haenden nicht sehr angenehm war. Waehrenddessen musste Stefan eine  Eisenkonstruktion auseinanderbauen, die Phillip auf einer der Grundstuecke vom Vortag fand und meinte brauchen zu koennen. Das Ding war voellig durchgerostet, und man konnte gleich Stefans genervtes Gesischt sehen. Zum Glueck konnten wir dann alles stehen und liegen lassen, denn dann ging es zu unserer Lieblingsbeschaeftigung vom Vortag…das Maehen…juhuuu

Diesmal waren es aber nur zwei Grundstuecke und relativ schnell gemacht. Beim zweiten meinte er wir sollten schon mal zu Ende maehen er wuerde nach Hause fahren und Mittagessen vorbereiten….

Wir freuten uns schon, aber irgendein Gefuehl  sagte uns schon, dass wir uns nicht zu frueh freuen sollten.

Als wir das letzte Grundstueck endlich geschafft hatten, fuhren wir zurueck zur Farm. Doch ein Mitttagessen erwartete uns nicht wirklich, er sass noch am Tisch mit irgendeinem Papierkram. Dann machte ich mich an den Herd, er hatte schon alles bereit gestellt. Es gab ungefaehr 1 Loeffel Laksasuppe fuer uns drei, fuer jeden ein hart gekochtes Ei und ein Erdbeerschnittchen…das war das Mittagessen.

Inzwischen war es frueher Nachmittag und wieder viel zu heiss, so meinte er wir sollten nach Hause fahren und den Nachmittag geniessen, da wir bei der Hitze eh nicht viel tun koennten.

Wir waren natuerlich heil froh, setzten uns in den gelben super Flitzer und fuhren nach Hause. Auf dem Heimweg hielten wir im Supermarkt an und goennten uns eine riesen Packung Eis. Zu Hause sassen wir frisch geduscht auf der Veranda im Schatten und liessen uns das leckere Eis schmecken…

Den ganzen Nachmittag waren wir zu nichts mehr in der Lage ausser zu gammeln Smile

Rosi ,der suesse Hund von der Farm, allerdings machte er immer nur das was er nicht sollte, oder er schlief Smile

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Von der Einfahrt aus sah die Farm recht ordentlich aus.

In dem vorderen Trakt war eine Wohung fuer Bed and Breakfast Gaeste, da musste es  auch gut aussehen. Aber kaum ging man um die Ecke…

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Montag, 29. November 2010

16. November maehen maehen maehen…

 

Puenktlich um 8 Uhr waren wieder auf der Farm.

Wir bepackten erst mal den Pickup mit 3 Freischneidern, 1 Motorsaege und einer Menge Sprit. Da wir nicht genau wussten was er vor hatte packten wir auch mal einen 5 Liter Kanister mit Wasser ein.

Dann fuhr Phillip mit dem Traktor vor und wir folgten ihm mit dem Pickup. Nach ein paar Minuten gelangten wir an ein ziemlich verwildertes Grundstueck. Wir mussten uns beide jeweils einen Freimaeher umschnallen und die Seiten freimaehen waehrend er mit dem grossen Maehwerk neben uns ueber die Wiese fuhr. Da der Boden und das Gras so trocken war, flog uns alles um die Ohren.

ich mit meiner neuen Lieblingsbeschaeftigung…

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Nach ca 1 1/2 Stunden waren wir fertig und ich war froh das Ding endlich von meinen Schultern zu nehmen. Da sah ich Phillips Liste, es gab einige von den Grundstuecken und wir hatten gerade mal eins geschafft.

Auf dem naechsten Grundstueck stand ein toller Zitronenbaum, und man konnte bis zum Swanriver sehen…

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So ging es weiter, die naechsten 2 Grundstuecke waren noch einigermassen zu schaffen, doch dann kamen wir an ein voellig zugewachsenes Haus, es war ein halber Dschungel, das Gras ging uns fast bis zum Hals und  mitten drin war ein total heruntergekommenes Haus zu sehen. Alle Fenster waren eingeschlagen und im Haus selber war auch alles kaputt und voller Graffiti. Die letzten Menschen die das Haus gesehen haben muessen, waren wohl ein paar Landstreicher und Jugendliche.

Als ich Phillip fragte woran ich denn sehen koennte wenn vor oder neben mir eine Schlange waere, das Zeugs war schliesslich so hoch das man keine 2 Meter weit sehen konnte, antwortete er bloss, wenn ich eine Schlange sehen wuerde dann haette ich doch den Maeher…einfach drauf halten…dann waere sie tot…na vielen Dank auch!!!

Er erzaehlte uns, dass die meisten  Schlangen eigentlich die Menschen beim ersten mal  ohne Gift beissen, da wir Menschen keine Beute sind. Sie beissen uns zur Warnung…zb. wenn sie sich bedroht fuehlen oder wir auf ihnen stehen. Gehen wir dann allerdings nicht beiseite, beisst sie mit ihrem ganzen Gift. Allerdings spuert man den ersten Biss kaum, denn staendig piekst oder kratzt es irgendwo.

Mitten auf dem Stueck befand sich ein riesen Loch…Phillip meinte wir sollten SCHNELL alles da hinein werfen was so auf der Wiese liegt…

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Wir fingen an zu maehen, aber das war alles andere als einfach bei der Hoehe des Gestruepps. Staendig flog uns irgendwas ins Gesischt. Uebrigens muss man in Deutschland einen Schutzhelm mit Schutzvisier tragen, aber das hielt Phillip nicht fuer noetig. So hatte ich schon den zweiten Heulanfall als mir der zweite Stein mit Wucht ins Gesischt flog…man das zwiebelte ordentlich!

Den sollten wir mal SCHNELL abbauen und in das Loch werfen, sorry aber da war nichts mit abbauen… das Ding war sooo fest, keine Chance…

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Inzwischen war es schon Mittag, unsere Maegen knurrten, das Wasser war leer und Phillip mit dem Traktor in der Werkstatt. Die Sonne brannte unerbittlich und es waren inzwischen fast 40 Grad, aber wir maehten unermuedlich weiter. Ich hatte langsam das Gefuehl einen Sonnenstich zu haben.

So gegen 4 kam er dann wieder und meinte er haette LUNCH dabei…Smile wir hatten Hunger ohne Ende und  er kam mit 2 Bananen und 2 Aepfeln…. ist klar!!! Aber wenigstens hatte er was zu trinken mitgebracht.

Waehrend Stefan das ganze Zeugs von der Wiese in eine Grube schmiss, meinte Phillip er solle noch die Muelltonne zur Seite fahren, da waere ein Skelett drin. Stefan schaute ihn komisch an und guckte dann selber hinein. Phillip ist gelernter Metzger, und er meinte er wuerde alle Skelette kennen ausser das von Menschen und Kangoroos, und dass was da drin lag kannte er definitiv nicht. Und ein Kangoroo war es wohl auch nicht, das wuerde man bestimmt erkennen. Die zwei ignorierten die Tatsache und machten sich noch einen Witz daraus, dass es bestimmt die ehemaligen Bewohner des Hauses seien Smile

Sie schoben die Tonne einfach beiseite…

Als Phillip dann wenig spaeter wieder mit seinem Maehwerk ueber das Grundstueck bretterte entstand hinter ihm eine riesen Wasserfontaene…er hatte die Wasserleitung gekappt. Und anstatt bei der Stadt anzurufen schnitzte er einfach ein Stueck Holz und steckte es drauf. Jetzt lief es nur noch neben her und konnte erfolgreich ignoriert werden…

Dann war es auch schon dunkel und wir machten uns endlich auf den Weg nach Hause. 11 1/2 Stunden arbeiten in der prallen Sonne, mit dem schweren Ding um die Schultern. Wir waren am Ende unserer Kraefte…es gab keine Stelle an unserem Koerper die nicht weh tat, ausserdem waren meine Haende und Fuesse voller blasen…na Super und das fuer  7 Euro die Stunde!!!

Wir schafften es noch irgendwie nach Hause unter die Dusche, eine Kleinigkeit essen  und fielen tot ins Bett…an dem Tag wurde uns das erste mal bewusst, dass der Job im Krankenhaus vielleicht gar nicht sooo schlecht ist Winking smile

15. November viel Arbeit…

Als um halb sieben der Wecker klingelte waren wir noch voellig geraedert vom Vortag. Wir machten uns erst mal ein lecker Fruehstueck an einem selbst gezimmerten Tisch.

Die Staerkung fuer den Tag. Den Herd im Hintergrund sollten wir eigentlich nicht benutzen, da er noch nicht mit Silikon isoliert war….haben wir aber trotzdem, mussten ja schliesslich was essen Smile

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Um halb neun stand Phillip schon vor der Tuer. Wir fuhren zur Farm und luden dort die grosse Gasflasche von ihm ein. Dann mussten wir zu einem Campingladen wo unsere Gasflasche und die von Phillip wieder aufgefuellt wurden.

Dann tankten wir den Camper wieder voll, machten ihn noch ein wenig sauber und fuhren zurueck zur Farm. Dort gab es dann einen Fahrerwechsel. Stefan musste mit dem Camper bis in die Stadt fahren da ich mit dem Auto vorfuhr. Das Auto mit dem ich fuhr hatten wir fuer die Zeit wo wir dort arbeiteten… waeren sonst kaum von Bassendean zur Farm gekommen (ca 15 Minuten mit dem Auto) .

Es war ein uralter gelber Ford mit Automatik , ich glaube schon 20 oder 30 Jahre alt. Die Fahrt war ein Abenteuer, Phillip meinte gleich zu Anfang, die Stufen von der Automatikschaltung waeren ein wenig verschoben und man muesste einfach ausprobieren.

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Ich brauchte erst mal eine Ewigkeit bis ich das alte Ding anhatte… dann suchte ich den Rueckwaertsgang den ich dann unter P fuer Parken fand…. los gings… auf der Geraden schaltete er dann nicht weiter und ich erinnerte mich daran wie Phillip gesagt hatte ich solle dann einfach auf Leerlauf stellen dann wuerde er umspringen. Das bei kmh 75…mal einfach das Ding in den Leerlauf schieben…aber es funktionierte.

Ausserdem sass man in diesem Auto so niedrig, dass ich gerade so ueber das Lenkrad sehen konnte. Stefan fuhr mutig, nach Jahren ohne Fahrroutine hinter mir her. Zum Glueck fanden wir schnell die Autovermietung wieder und gaben rasch den Camper zurueck.

Fazit:

Fuer 3 Wochen:

- 7000 km

- 855 Euro Sprit

- 225 Euro Campingplatzgebuehren

- 860 Euro Camper

Wie man sieht sind wir weit gefahren, und die 3 Wochen waren auch nicht sehr guenstig, aber dafuer haben wir soooo viel gesehen und erlebt. Auch wenn ich an vielen Orten schon zum zweiten mal gewesen bin, fand ich es trotzdem immer noch genauso schoen, oder manchmal sogar noch schoener.

habe hier mal die gesammte Strecke eingezeichnet…

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im Verhaeltniss zu ganz Australien…

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Aber nun zurueck zu unserer Farm…

Auf dem Rueckweg nutzten wir das Auto noch schnell fuer einen Einkauf.

Um halb 12 wieder auf der Farm angekommen, wartete Phillip schon mit hunderteten von Aufgaben auf uns…koennt ihr schnell die Reifen wechseln, koennt ihr schnell dies und schnell das…alles schnell, und waehrend er beim reden noch bei der einen Sache war dachte er schon an die naechste…so kam er von Hoelzchen auf Stoeckchen und ihm fielen immer mehr Dinge ein. Es war zwischendurch echt schwer ihm zu folgen, mit seinem Schweizerdeutsch… und dann zwischendrin auch noch auf Englisch…man konnte nicht immer alles verstehen und musste sich dann die Sachen suchen oder selber zusammen reimen.

Zuerst mussten wir mit dem Pickup zum Ende der Wiese fahren und die ganzen Rohre aus dem Graben ziehen, sie irgendwie voneinander trennen, auf den Pickup laden, in den Schuppen bringen und lagern. Das Problem von diesem Shed (Schuppen) war, dass in dem Ding das Riesen Chaos herrschte. Alles lag auf dem Bodem und man musste ueber Schrauben, Haemmer, Saegen und alles Moegliche klettern. Selbst die Motorsaegen lagen auf dem Boden herum und man musste hoellisch aufpassen sich nicht zu verletzen.

Das Aufladen der Rohre…

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und weiter gehts…

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Dann musste Stefan den Rasen maehen und die Seiten freimaehen, waehrend ich die Wasserwanne von den Kuehen reparieren musste.

Stefan mit dem Freimaeher…

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nach der Haelfte maehen, hier sieht man schon, dass der Rasenmaeher viel zu kurz maeht und bei der Laenge von dem Gras war das alles andere als eine Leichtigkeit…

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Als ich die Wanne wieder dicht hatte meinte Phillip ich solle sie zu den Kuehen bringen und anschliessen ????? Ich??? Alleine??? Ich wusste weder den Weg noch wie das ganze Ding funktionierte…egal er erklaerte vage den Weg und wie es funktionierte, waehrend ich die Wanne wieder auf den Pickup wuchtete. Dann setzte ich mich rein und fuhr los. So ungefaehr konnte ich mich noch erinnern wo sich die Kuehe befanden. Ich fuhr jedoch das erste mal vorbei, weil ich sie auf der falschen Seite suchte. Als ich merkte das ich zu weit war, drehte ich um und fuhr zurueck. Dann sah ich sie sofort. Zum Glueck, denn ich wollte schliesslich nicht schon an der ersten Aufgabe scheitern.

Anschliessend lud ich die Wanne vom Pickup und stellte sie an das runde Fass und musste mir selber zusammenreimen wie die ganze Konstruktion funktionieren sollte…. die Kuehe sahen mich schon voellig durstig und ungeduldig an.

Nun…ich hatte eine Wanne, ein leeres Wasserfass und einen Schlauch der die Wiese entlang verlief. Ich ging erst mal den Schlauch entlang und entdeckte nach ein paar Metern einen Zaehlerstand und einen Hahn den ich gleich auftrehte. Nun lief das grosse Fass schon mal voller Wasser…

An dem grossen Fass war ausserdem noch ein kleiner Schlauch, der konnte nur auf die Wanne passen…Bingo…das Wasser lief, und die Kuehe waren gluecklich.

Als das grosse Fass wieder voll war, drehte ich das Wasser wieder ab. Jetzt hatte ich das ganze auch verstanden, ein Schwimmer in der Wanne sorgte immer dafuer das ab einer gewissen Menge das Wasser aufhoerte zu laufen und man so immer nur alle paar Tage dafuer sorgen musste, dass das grosse Fass voll ist…genug dazu.

Ich liess mir extra noch ein paar Minuten Zeit bevor ich wieder zurueck fuhr. Da wartete schon ein voellig fertiger Stefan auf mich. Ich wusste nun auch warum er den Rasen maehen musste…der Rasenmaeher maehte nur viel zu kurz und ging deshalb soooo schwer und liess sich kaum bewegen. Stefan hatte sichtlich die Schnauze voll.

Dann rief Phillip um die Ecke wir sollten doch mal SCHNELL das Holzdach, das nur noch auf halb acht hing entfernen…aber es duerfte auf keinen Fall in die Blumen fallen…toll, es hing direkt ueber den Blumen! Also musste Stefan das schwere Ding auf die andere Seite hiefen und dann auf die Wiese runter fallen lassen…was ein Akt…mal Schnell gemacht!!!

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Dann kam fuer Stefan die schlimmste Aufgabe…wir mussten Weizen aus einem grossen Silo in Faesser fuellen.

Das Silo war an dem Traktor dran und hat am Ende eine Muehle (Hammermuehle), und der Weizen kam durch einen Trichter gamahlen nach draussen. Den mussten wir in Faesser fuellen. Problem Nr. 1: Stefan hat nicht nur Heuschnupfen sondern auch eine ausgepraegte Weizenallergie, liess sich aber nicht davon abhalten. Problem Nr. 2: den Trichter hatte Phillip irgendwo verloren so das wir irgendeine Alternative finden mussten. Wir nahmen ein altes Blechplakat (was uebrigens sehr scharf an den Kanten war) und bogen es zu einem Halbkreis und hielten es als Trichter. So bekamen wir den halben Weizen und den ganzen aufgewirbelten Staub ueber und atmeteten den ganzen Dreck ein.

So ging es Fass fuer Fass. Nach 3 Faessern dachte ich, ich wuerde ersticken. Das die Ernte in dem Jahr schlecht war, war nicht zu uebersehen. Es war mehr Staub und Dreck als Weizen. Und er war sicher froh Dumme gefunden zu haben die die Sch…Arbeit machen.

9 ganze Faesser hatten wir befuellt als endlich das Silo leer war. Wir rollten alle Faesser schoen auf Holzpaletten in eine Reihe (die Dinger waren echt schwer) und mussten dann erst mal duurchatmen. Ausserdem juckte und kratzte es ueberall. Zum Glueck wurde es inzwischen dunkel und wir konnten endlich nach Hause.

Voellig platt und muede kamen wir zu Hause an. Fuer Kochen hatten wir beide weder Kraft noch Lust, also gab es fuer jeden Toast, eine frische Dusche und das Bett…Arbeiten waren wir nach 3 Monaten gar nicht mehr gewoehnt…

Unser Schlafgemach…

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der Hinterhof, mit Veranda, Garten und einer offenen Garage…

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Das Bad…

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mit Doppeldusche…

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Flur mit Blick zum Vorderausgang. Links und Rechts sind noch Zimmer im Umbau…

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Sonntag, 28. November 2010

14. November Swan Valley

 

An dem Morgen wurden wir vom Sturm geweckt und machten uns wieder frueh auf den Weg.

KM: 7000 Fremantle

Es war Sonntag und in der kleinen Stadt die Hoelle los. Wir parkten erstmal in einer Seitenstrasse.

In den Laeden kauften wir ein paar Sachen ein und ehe wir uns versahen war es schon so spaet und wir mussten los Richtung Farm.

Um 16 Uhr dort angekommen wartete Phillip bereits auf uns.

Erst fuhren wir mit seinem Pickup (wir sassen auf dem Beifahrersitz zu zweit  zusammengequetscht ) zu einer Wiese, wo er uns ein paar von seinen Kuehen zeigte. Sofort fiel im auf, dass der Wassertrog nicht mehr dicht war und wir packten gleich die Wanne hinten drauf. Dann fuhren wir weiter bis zu dem kleinen Oertchen Bassendean. Dort besass er ein kleines Haeuschen das  im Umbau zu einem Appartment ( fuer Bed and Breakfast Gaeste) war. Der Umbau musste zur Zeit allerdings warten da ein paar Wochen zuvor jemand aus der Familie gestorben war.

Das Bad war bereits fertig und echt schick, im Schlafzimmer standen nur 2 uebereinandergestapelte Matratzen, und die Kueche war halb fertig. Und im Rest des Hauses bot sich wie auf der Farm auch ein riesen Chaos. Ueberall wurde etwas angefangen und dann liegen gelassen. Naja, aber er bot uns an  fuer die Woche dort  wohnen zu koennen, das Angebot nahmen wir natuerlich dankend an.

Dann packten wir noch einen Kuehlschrank aus dem Haus auf den Pickup und fuhren zurueck zur Farm.

Dort wurde alles fuer die Horrorhinrichtung vorbereitet, mir wurde schon fast schlecht. Er hatte 2 grosse Kuehlschraenke, die wir erst mal ausraeumten und bereitstellten.

Dann ginen wir zu der Kuhherde, denn die arme Kuh musste aus der Herde getrieben werden. Und als ob die Herde es gespuert haette liefen sie in alle Richungen. Nach einer Weile hatten wir die Kuh in einem seperaten Stall eingesperrt, die anderen lockten wir mit Futter 2 Wiesen weiter entfernt weg damit sie nichts mitbekamen.

Dann meinte Phillip er ginge schnell zum Nachbarn das Gewehr holen. Das war der Moment als ich mich verabschiedete, denn das konnte ich nicht mit ansehen. Stefan wollte live mit dabei sein, da es ihn interessierte wie alles von Statten ging...

Eine Weile spaeter hoerte ich nur den Schuss…die arme Kuh. Das einzige, dass mich wirklich aufbaute, war zu wissen, dass die Kuh ein schoenes Leben hatte, im Gegensatz zu all den Tieren aus Mastbetrieben. Aber wirklich besser fuehlte ich mich trotzdem nicht. Ich fuehlte mich wie ein Moerder Sad smile

Ich ging erst wieder dazu als die Kuh schon tot am Haken hing, von da an betrachtete ich es einfach als ein Stueck Fleisch und nicht als Tier, das machte die Sache einigermassen ertraeglich. Und spaeter hatte man eine kleine Wiederholung der Anatomie, was zugegebenermassen auch mal ganz interessant war.

Wir bereiteten ein paar Styroporkartons mit Wasser vor, wo nach und nach alle Organe hinein kamen. Erst die 2 Maegen ( die sahen eher aus wie ein Schwamm oder Gewaechs aus dem Meer), dann die Leber ( die sah richtig gut aus, haette man bestimmt noch transplantieren koennen), die 2 Nieren und dann kam das Herz…in der Haelfte zerteilt konnte man richtig gut die Anatomie erkennen…echt interessant.

Dann stand er ploetzlich (ich war noch von dem Herzen beeindruckt) mit der riesen Lunge neben mir. Er drueckte mir das blutige Ding in die Hand und meinte wir muessten sie aufpusten. Ich dachte erst, es sei ein schlechter Scherz, aber als ich ihn mit dem Kompressor auf mich zukommen sah wurde mir anders.Ich hielt die Lunge am oberen Teil der Luftroehre fest, waehrend er den Kompressor dran hielt. Mir spritzte das Blut um die Ohren, aber die Lungen blaehten sich langsam auf. Als sie richtig aufgeblasen war hatte sie eine weissliche Farbe und man konnte erkennen, dass sie  keinerlei Parasiten hatte. Dann packten wir auch die in eine der Kisten. So ging es eine ganze Weile weiter, bis von der Kuh nur noch das Aeussere vorhanden war.

Fuer zarte Gemueter waere das nichts gewesen, und wir waren auch froh als  das Ganze dann irgendwann ein Ende hatte. Die zwei Kuhhaelften baumelten am Frontlader des Traktors (und da blieben sie auch ueber Nacht) und den Rest schleppten wir in den Kisten in die Kuehlschraenke.

Inzwischen war es 23.30 Uhr und wir waren froh, dass wir endlich nach Hause konnten. Wir stellten den Camper in den Hinterhof, schafften es noch grade so unter die Dusche und fielen dann tot ins Bett.

Was fuer ein Tag, leider (  vielleicht aber  auch besser so) haben wir keine Fotos gemacht, unsere Haende waren auch zu blutig und ihr haettet es auch nicht sehen wollen…

Samstag, 27. November 2010

13. November Yanchep Nationalpark

 

Wir standen wieder mal frueh auf und machten uns auf den Weg Richtung Perth.

KM: 6800 Perth/Swan Valley

Es ist das aelteste Weinanbaugebiet Westaustraliens und ist gerade mal  eine halbe Autostunde von Perth entfernt.Der Vorort Guilford  ist  das suedliche Eingangstor des Swan Valley. Dort gibt es ueber 30 Weingueter, Brauereien, gute Restaurants und Cafes. Hier verbringen die Leute aus der Stadt gerne mal einen Tag in Ruhe bei einer Weinprobe…

Wir fuhren den bestens ausgeschilderten Swan Valley Drive (32km) vorbei an all den Guetern und Brauereien. An einigen hielten wir an und fragten nach Arbeit. Doch leider mussten wir erfahren, dass durch den schlechten Winter die Ernte zum Teil immer noch nicht reif war oder schon schlecht. So hatten wir keine Chance einen Job zum  Fruechtepfluecken zu finden….einige notierten unsere Nummer und sagten sie wuerden sich melden wenn sie doch jemanden brauchen wuerden.

Na das sah nicht sehr rosig aus. Die naechsten 3 Wochen hatten wir eingentlich vor zu arbeiten, aber ohne Job???

Zum Glueck hatten wir von Ines und Rainer die Adresse von der Farm wo sie gearbeitet hatten. Wir hatten auch bereits mit dem Besitzer telefoniert und beschlossen einfach mal vorbei zu fahren.

Die Farm war nicht sehr gross, wir kamen an dem Haus an und drum herum bot sich ein riesen Chaos…ein Schuppen, 2 Huehnerstaelle, ein paar Kuehe, ein Hund und eine Vielzahl an Fahrzeugen (Traktor, LKW, diverse Anhaenger etc…) und ueberall lag irgendwelches Zeugs herum.

Es dauerte eine Weile bis wir den Besitzer (Phillip Keller) fanden. Er lebt bereits seit 10 Jahren mit seiner Frau Maria und seinen 2 Kindern dort. Er verdient sein Geld mit Auftraegen die er bekommt, wie Wiesen maehen, Heu machen etc…fuer alles hat er irgendeine Maschine.

Als wir ihn gefunden hatten, fragten wir ihn wie es mit Arbeit aussehen wuerde und er meinte er haette diverse Jobs, er wuesste jetzt nicht genau was aber da waere genug fuer eine Woche. Dabei wirkte er schon ziemlich konfus. Er meinte wir sollten am naechsten Tag einfach vorbei kommen, denn dann muesste er schon mal eine Kuh schlachten, es waere langsam zu eng…

Na super ich als absoluter Tierliebhaber eine Kuh schlachten??? Was fuer eine Horrorvorstellung.

Gut so hatten wir fuer eine Woche schon mal einen Job und konnten den letzten Tag erst mal noch geniessen.

Wir fuhren weiter Richtung Norden

KM: 6900 Yanchep Nationalpark

Ein kleiner Nationalpark in dem es einen Koalawalk gab…endlich sahen wir mal Koalas Smile waren die suuuuueeeess

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der Name “Koala” heisst auch uebersetzt, der der nichts trinkt…23 Stunden verbringen die knuddeligen Tierchen mit schlafen und 1 Stunde mit fressen…sie nehmen mit den Eukalyptusblaettern genug Fluessigkeit zu sich, so dass sie nichts trinken muessen…und riechen immer wie ein Hustenbonbon Smile

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Danach liefen wir noch durch den Park wo es einige lustige Voegel und Kaengoroos gab.

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eine Hochzeit…

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die Fuesse von diesem Tier wirkten ein wenig ueberdimensional gross….

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Dann stoppten wir auf dem Campingplatz…

 

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