Samstag, 23. April 2011

30. Maerz Schildkroetenbabys

 

Wir wurden wieder mal vom Regen geweckt…nachdem wir etwas Zeit vertroedelt hatten und es trotzdem nicht besser wurde fuhren wir weiter.

KM 1691: Bundaberg

Besucher kommen aus drei Gruenden in die Stadt… um Obst zu pfluecken, den Rum ( Australiens beliebtester Zuckerrohrschnaps wird hier gebrannt)  zu trinken oder den Schildkroeten beim Schluepfen zu zusehen…

Wir hielten erstmal an der Touristeninformation und buchten eine Schildkroetentour fuer den Abend.

KM 1715: Bargara

Der kleine Vorort von Bundaberg hatte einen kleinen Campingplatz und einige Strassen weiter fand am Abend die Tour statt. Also hielten wir an dem Campingplatz, und vertroedelten den Nachmittag mit einem leckeren Essen und einem Strandspaziergang.

Der kleine haette wohl auch gerne was Essen abbekommen…

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Um 18:30Uhr waren wir bereits an dem Parkplatz des Schildkroeten Centre. Als wir das Centre betraten bekamen wir nach dem Vorzeigen unserer Tickets einen Aufkleber auf unsere Jacken geklebt um spaeter erkennen zu koennen zu welcher Gruppe man gehoerte. Dann gab es erst mal einiges an Informationen ueber die riesen Schildkroeten Mon Repos.

Die Mon Repos ist eine der groessten Schildkroeten, die alle zwei bis drei Jahre von November bis Februar an immer die gleiche Stelle ( an der sie einst selber geschluepft ist) zurueckkehrt um dort in 50 bis 60 cm Tiefe ihre Eier abzulegen. Die kleinen schluepfen dann von Januar bis Maerz. Der gleiche Instinkt, der die grossen Schildkroeten immer an die gleiche Stelle zurueckbringt fuehrt die frisch geschluepften gleich vom Land ins Wasser. Das einzige das die Tiere mit schwerwiegenden Folgen irritieren kann ist Licht. Dazu reicht bereits eine Taschenlampe. Leuchtet man auf eine andere Stelle weg vom Meer, erreicht man, dass die jungen nicht wie gewollt ins Meer laufen, sondern sich weiter entfernen. So verwirren sie auch Bootslichter, Autolichter und sogar eine Lampe an einem Haus das nah am Strand steht. So hat man diesen Strand, da die Tiere nur in der Nacht (zum Schutz vor wilden Tieren) schluepfen, ab 18 Uhr bis zum fruehen Morgen geschlossen, um die Tiere zu schuetzen.

Dieser eine Strand steht unter staendiger Beobachtung von den Schildkroeten Experten. Sie achten darauf, dass nichts die Tiere beim legen oder schluepfen stoert.

So startete also unsere Tour… einige der Angestellten verbrachten die Zeit draussen an den Nestern, und sobald sich an einem Nest was tat gaben sie das ueber Funkgeraet durch und die Gruppe ging los.

Wir mussten auch nicht lange warten bis der Funkspruch kam und wir unserem Guide folgten. Es war bereits stockdunkel, es regnete in Stroemen und nur unser Tourfuehrer hatte eine Taschenlampe. Wir liefen eine Weile den Strand entlang bis wir zu 2 anderen Maennern gelangten,…das waren wohl die, die den Funkspruch durchgegeben hatten. Wir stellten uns alle im Kreis um das Nest und nach wenigen Minuten begann das Krabbeln und die ersten Kroeten gelangten an die Oberflaeche. Der ganze Boden schien sich drum herum zu bewegen, es waren sooooo viele.

Die Guides lockten sie erst mal mit Licht in ein umzaeuntes Gehege, damit wir die kleinen etwas ansehen konnten. So konnten wir direkt sehen, wie sehr sie sich von Licht irritieren lassen, sie laufen immer direkt drauf  zu. Deshalb durften wir auch keine Fotos machen, da auch das Blitzlicht sie irritieren wuerden. Als alle erstmal in dem Gehege waren durften wir allerdings fuer ein paar Minuten ein paar Bilder machen.

Dann stellten wir uns in 2 Reihen bis zum Meer auf und in der Mitte standen 6 Leute mit Taschenlampen. Diese 6 Leute leuchteten auf den Boden und als die Guides das Gehege entfernten liefen die kleinen Tierchen in einem Affenzahn dem Licht entgegen. Wenn sie die erste Lampe erreicht hatten wurde diese ausgeschaltet. Dann liefen sie zur zweiten usw…immer weiter an uns vorbei bis sie schlussendlich alle das Wasser erreichten und davon schwommen.

Leider gibt es in der Natur keine Menschen die aufpassen, dass alle ins Wasser gelangen. Viele der kleinen Tiere sterben schon auf dem Weg zum Wasser, weil sie von Raubtieren gefressen werden. Aber auch wenn sie den Weg bis ins Wasser schaffen bedeutet das keine Sicherheit, denn dort warten bereits die naechsten Feinde auf sie, wie hungrige Haie… bloss ein bis zwei ueberleben ueberhaupt und kommen nach 4 bis 5 Jahren an den Ort zurueck um dort ihre eigenen Eier wieder abzulegen.

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So sehen sie dann aus wenn sie gross sind …

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Der Moment indem wir mal ein paar Fotos machen durften…

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Sie waren voller Sand, aber sooooo suess…

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Als alle dann im Wasser verschwunden waren gingen wir zurueck zu dem Nest und der Guide zeigte uns erstmal wie tief das Nest war und begann alle Eier aus dem Nest zu schaufeln. Es waren deutlich ueber 100 Eier gewesen und es waren alle bis auf 1 Ei geschluepft. Unser Guide war begeistert, denn das war eine fantastische Quote die er selber noch nie erlebt hatte Smile

Da kniet unser Guide vor den ganzen leeren Eierschalen…

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Dann gingen wir wieder zum Auto zurueck und fuhren klitschnass zum Campingplatz zurueck…

In Blau die zurueckgelegte Strecke von 145 km…

landkarte_australien[1] - Copy (2)