Sonntag, 28. November 2010

14. November Swan Valley

 

An dem Morgen wurden wir vom Sturm geweckt und machten uns wieder frueh auf den Weg.

KM: 7000 Fremantle

Es war Sonntag und in der kleinen Stadt die Hoelle los. Wir parkten erstmal in einer Seitenstrasse.

In den Laeden kauften wir ein paar Sachen ein und ehe wir uns versahen war es schon so spaet und wir mussten los Richtung Farm.

Um 16 Uhr dort angekommen wartete Phillip bereits auf uns.

Erst fuhren wir mit seinem Pickup (wir sassen auf dem Beifahrersitz zu zweit  zusammengequetscht ) zu einer Wiese, wo er uns ein paar von seinen Kuehen zeigte. Sofort fiel im auf, dass der Wassertrog nicht mehr dicht war und wir packten gleich die Wanne hinten drauf. Dann fuhren wir weiter bis zu dem kleinen Oertchen Bassendean. Dort besass er ein kleines Haeuschen das  im Umbau zu einem Appartment ( fuer Bed and Breakfast Gaeste) war. Der Umbau musste zur Zeit allerdings warten da ein paar Wochen zuvor jemand aus der Familie gestorben war.

Das Bad war bereits fertig und echt schick, im Schlafzimmer standen nur 2 uebereinandergestapelte Matratzen, und die Kueche war halb fertig. Und im Rest des Hauses bot sich wie auf der Farm auch ein riesen Chaos. Ueberall wurde etwas angefangen und dann liegen gelassen. Naja, aber er bot uns an  fuer die Woche dort  wohnen zu koennen, das Angebot nahmen wir natuerlich dankend an.

Dann packten wir noch einen Kuehlschrank aus dem Haus auf den Pickup und fuhren zurueck zur Farm.

Dort wurde alles fuer die Horrorhinrichtung vorbereitet, mir wurde schon fast schlecht. Er hatte 2 grosse Kuehlschraenke, die wir erst mal ausraeumten und bereitstellten.

Dann ginen wir zu der Kuhherde, denn die arme Kuh musste aus der Herde getrieben werden. Und als ob die Herde es gespuert haette liefen sie in alle Richungen. Nach einer Weile hatten wir die Kuh in einem seperaten Stall eingesperrt, die anderen lockten wir mit Futter 2 Wiesen weiter entfernt weg damit sie nichts mitbekamen.

Dann meinte Phillip er ginge schnell zum Nachbarn das Gewehr holen. Das war der Moment als ich mich verabschiedete, denn das konnte ich nicht mit ansehen. Stefan wollte live mit dabei sein, da es ihn interessierte wie alles von Statten ging...

Eine Weile spaeter hoerte ich nur den Schuss…die arme Kuh. Das einzige, dass mich wirklich aufbaute, war zu wissen, dass die Kuh ein schoenes Leben hatte, im Gegensatz zu all den Tieren aus Mastbetrieben. Aber wirklich besser fuehlte ich mich trotzdem nicht. Ich fuehlte mich wie ein Moerder Sad smile

Ich ging erst wieder dazu als die Kuh schon tot am Haken hing, von da an betrachtete ich es einfach als ein Stueck Fleisch und nicht als Tier, das machte die Sache einigermassen ertraeglich. Und spaeter hatte man eine kleine Wiederholung der Anatomie, was zugegebenermassen auch mal ganz interessant war.

Wir bereiteten ein paar Styroporkartons mit Wasser vor, wo nach und nach alle Organe hinein kamen. Erst die 2 Maegen ( die sahen eher aus wie ein Schwamm oder Gewaechs aus dem Meer), dann die Leber ( die sah richtig gut aus, haette man bestimmt noch transplantieren koennen), die 2 Nieren und dann kam das Herz…in der Haelfte zerteilt konnte man richtig gut die Anatomie erkennen…echt interessant.

Dann stand er ploetzlich (ich war noch von dem Herzen beeindruckt) mit der riesen Lunge neben mir. Er drueckte mir das blutige Ding in die Hand und meinte wir muessten sie aufpusten. Ich dachte erst, es sei ein schlechter Scherz, aber als ich ihn mit dem Kompressor auf mich zukommen sah wurde mir anders.Ich hielt die Lunge am oberen Teil der Luftroehre fest, waehrend er den Kompressor dran hielt. Mir spritzte das Blut um die Ohren, aber die Lungen blaehten sich langsam auf. Als sie richtig aufgeblasen war hatte sie eine weissliche Farbe und man konnte erkennen, dass sie  keinerlei Parasiten hatte. Dann packten wir auch die in eine der Kisten. So ging es eine ganze Weile weiter, bis von der Kuh nur noch das Aeussere vorhanden war.

Fuer zarte Gemueter waere das nichts gewesen, und wir waren auch froh als  das Ganze dann irgendwann ein Ende hatte. Die zwei Kuhhaelften baumelten am Frontlader des Traktors (und da blieben sie auch ueber Nacht) und den Rest schleppten wir in den Kisten in die Kuehlschraenke.

Inzwischen war es 23.30 Uhr und wir waren froh, dass wir endlich nach Hause konnten. Wir stellten den Camper in den Hinterhof, schafften es noch grade so unter die Dusche und fielen dann tot ins Bett.

Was fuer ein Tag, leider (  vielleicht aber  auch besser so) haben wir keine Fotos gemacht, unsere Haende waren auch zu blutig und ihr haettet es auch nicht sehen wollen…

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