Mittwoch, 13. Oktober 2010

5. bis 6. Oktober Cameron Highlands

5. Oktober

Laut Reisefuehrer sollte unsere Fahrt bis in die Highlands 5 1/2 Stunden dauern, beim Ticketkauf sagte man uns dann aber nur 4 Stunden...wenig spaeter wussten wir auch warum.
Um 11.30 Uhr holte uns der Minibus bereits schon voellig ueberfuellt ab. Wir sassen ganz hinten zusammen mit Elisabeth (Deutsche, aber auch schon seit 6 Monaten in Australien unterwegs). Die Aircondition war mal wieder auf eiskalt eingestellt (diesmal hatte ich zum Glueck eine Jacke eingesteckt).
Nachdem noch 2 Deutsche in den Minibus gequetscht wurden, fuhren wir los. Ueberquerten die lange Bruecke bis zum Festland. Ab hier fing es an, unangenehm zu werden, denn diese Fahrt uebertraf die letzten Rennfahrer...Der Typ gab einfach nur noch Gas, der Minibus lag in den Kurven, dass die Reifen quietschten. In jeder Rechtskurve konnte ich gefaehrlich den immer tiefer werdenden Abhang auf mich zukommen sehen....Alle im Bus hielten sich krampfhaft fest und versuchten nicht aus dem Fenster zu sehen. Er ueberholte alles und jeden, egal wo, auch wenn es gerade vor einer Kurve war. Einem Gelaendewagen schnitt er so beim ueberholen den Weg ab, dass der auch nur noch hupte und den Kopf schuettelte....
Ich weiss nicht wie, aber irgendwie haben wir es dann doch bis ans Ziel geschafft, alle ersichtlich erleichtert...
Das erste was wir sahen war nicht so erfreulich, denn was uns wieder einmal geboten wurde, waren ueberall Muellberge...
In unserem Guesthouse angekommen mussten wir uns erst einmal umziehen, denn es war verdammt kalt...Nach den letzten Wochen immer nur ueber 30 Grad jetzt ploetzlich nur noch 20 Grad...Da faengt man schon mal an zu frieren.
Wir gingen zusammen mit Elisabeth lecker essen und sassen danach an einem chilligen Lagerfeuer, mit einigen anderen Leuten. Hier konnte man sich wieder aufwaermen...


Unser Guesthouse...echt nett...

6. Oktober

Da wir uns strikt weigerten eine dieser Touristentouren zu machen, wo man stressig von einem Ort zum naechsten gefahren wird um ueberall etwas zu kaufen, machten wir uns selber einen Plan.
Wir besorgten uns eine Karte wo alle Treks einzeichnet waren. Die Verkaeuferin sagte uns, wir koennten beruhigt die kleinen Treks auf der rechten Seite des Ortes laufen, aber die linken sollten wir unbedingt nur mit Guide gehen.
So mutig wie wir waren sind wir dann den grossen Trek auf der linken Seite gegangen, wir hatten ja schliesslich die Karte und ausgeschildert sollte der Weg auch sein.
Wir machten uns also auf den Weg...vorbei an dem Ort und durch einen Park, da standen wir bereits an der ersten Kreutzung ohne Markierung...wir entschieden uns nach Gefuehl und nahmen den linken...So erging es uns immer wieder bis wir schliesslich, sehr froh darueber, an die erste Markierung gelangten.
Wir mussten 1,7 km sehr steil den Berg ueber Baumwurzeln klettern, das war echt anstrengend....
Und so ging es immer weiter durch den engen Jungel, immer wieder gerieten wir an Weggabelungen und wussten nicht ob wir noch richtig waren. Auf dem Berggipfel (auf 1855m) angekommen wurden wir fuer all die Muehe belohnt...die Aussischt war phantastisch...
Von hier aus weiter konnte uns die Karte nicht mehr weiter helfen, aber ein paar Tips aus dem Reisefuehrer brachten uns wieder auf den richtigen Weg.
Nach einer weiteren Stunde Jungeltrekking kamen wir ploetzlich aus dem Wald raus und standen vor einem kleinen Ort.
Das war einer der "Orang-Asli Orte", die Uhreinwohner Malaysias die sich immer noch weigern sich zu integrieren...dieser Ort war echt suess, wir gingen an einigen Haeusern vorbei wo uns alle Einwohner zuwinkten und laechelten. Als wir bei einer Frau vorbeigingen die gerade ihre Waesche aufhaengte, war die voellig aus dem Haeuschen als sie uns sah, sie winkte und strahlte...unglaublich... als kaemen wir gerade aus dem Wald und sie haette noch nie einen Weissen gesehen :-)
Wir gingen weiter und immer wieder wenn ich mich umdrehte winkte und lachte sie immer noch...
Von dort aus ging es einen nicht so schoenen Weg, 5 km entlang der Strasse, zurueck nach Hause...unterwegs kauften wir noch ein paar Erdbeeren, die gibt es dort in Massen, ein Gewaechshaus nach dem anderen.
Zu Hause angekommen waren wir voellig fertig....
Am Abend waren wir bei einem Inder essen, und das war mit das beste Essen was wir bisher in den letzten Wochen hatten...fantastisch....

Da hatten wir das erste Stueck hinter uns, man konnte den Ort aber noch sehen...

dann wurde der Weg immer schwieriger...das was hier so gerade aussieht war in Wirklichkeit so steil, dass ich auf allen Vieren klettern musste...So koennen 1,7 km echt lang werden...








manchmal wirkte der Wald wie im Maerchen, ich hoffte immer nur, dass wir uns nicht wie Haensel und Gretel verlaufen hatten...










langsam erreichten wir den Gipfel...















von hier oben konnte man die Teeplantagen sehen...








na hier wurde die Wegsuche schwierig, und es half nur noch der Reisefuehrer...































und weiter ging es ueber Hindernisse durch den Jungel...


























der Versuch noch gaaannnzzz fit auszusehen :-)













der Ausblick war so atemberaubend...

































das Orang-Asli Dorf...











































Orang Asli- wer ist hier primitiv?
Wer Gelegenheit hat, ein wenig Zeit mit den Orang-Asli zu verbringen (und seien es nur ein paar Stunden) wird nach einer Weile nachdenklich werden.
Moeglicherweise sitzt man einfach nur herum, tut scheinbar nichts. Kinder toben zwischen aufgescheuchten Huehnern, Maenner ziehen an kleinen duennen Zigaretten, lassen die Fremden mit dem Blasrohr an einer kleinen Zielscheibe ihr Glueck versuchen, man unterhaellt sich, beschaeftigt sich mit den Kindern oder sitzt einfach nur da. Diese Menschen kennen keine Eile, keine Plaene oder Terminkalender.
Diese Menschen sind arm, aber sie haben nicht die Bitterkeit der Slumbewohner in den Staedten, die vom Misstrauen herruehrt und vom taeglichen, unerbittlichen Existenskampf. Noch nicht.
Die Dschungelvernichtung und die vaeterlich-arroganten Eingliederungsprogramme der Machthaber werden auch ihr Leben veraendern oder haben es bereits getan.
Dabei sind sie die eigentlichen, urspruenglichen Bewohner dieses Landes. Sie haben immer hier gelebt, ihnen "gehoerte" der Dschungel, wenn er ueberhaupt jemandem gehoeren kann. Begriffe wie "Krieg" oder "Kampf" kamen in ihrem Vokabular nicht vor.
Sie kennen den Urwalt und seine Gesetze, nach ihnen haben sie gelebt, und der Walt hat sie ernaehrt. Erst in den letzten Jahrzehnten wurde diese Beziehung gestoert...von aussen.
Von Menschen, die voellig anders leben, anders denken, einer anderen Religion angehoeren. fuer die der Walt nicht Lebensraum, sondern Rohstoffreservoir ist. Erst juengst haben die Orang-Asli erst Landtitel erhalten.
Frueher nannte man die Dschungelbewohner "primitiv". Langsam verschieben sich die Begriffe wieder. Vielleicht faellt die Bezeichnung eines Tages auf diejenigen zurueck, die sie erfanden....















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